Starker Karneval, schwache Kirmes

Der Vorstand der Dorfgemeinschaft Hei nach Klei nach den Wahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung (v.l.): Leo Backhaus (2. Vorsitzender), Andrea Heinrichs (Gebietsbetreuerin), der scheidende Kassierer Hermann-Josef Schüpper, Vorsitzender Rudi Babka, Jan Backhaus (Gebietsbetreuer), Geschäftsführer Michael Jackels und Jan Finken (Leiter Kommunikation & Medien). (vom geschäftsführenden Vorstand fehlen 2. Geschäftsführer Michael Kippe und 2. Kassierer Frank Krekelberg)

Am vergangenen Sonntag fand in der Vereinsgaststätte „Christos Theke“ die gut besuchte Jahreshauptversammlung der Dorfgemeinschaft Hei on Klei statt. 53 Mitglieder waren der Einladung des Vereins gefolgt, um gemeinsam einen Blick zurück auf die jüngsten Veranstaltungen und vor allem in die Zukunft zu werfen. Diese wird sich vor allem in Bezug auf die traditionelle Kirmes der Dorfgemeinschaft demnächst anders gestalten, doch der Reihe nach…

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Rudi Babka, der sich besonders über die Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden Manfred Büschgens sowie der Ehrenmitglieder Heribert Jackels, Helmut Heinen und Gerd Anders freute, ging es flott über zum Jahres- und Kassenbericht. Das vergangene Jahr ließ Geschäftsführer Michael Jackels Revue passieren. Er erinnerte unter anderem an die Karnevalsveranstaltungen, die am Altweiber-Donnerstag und bei der Mallorca-Party am Karnevalssamstag Rekordbesuche verzeichneten, einen – gemessen an der Gästezahl – enttäuschenden Kirmesverlauf, die Verleihung des Bürgermeister-Ordens an Rudi Babka, der silbernen Vereins-Ehrennadel an Marita Vieth für 30-jährige Mitgliedschaft und der bronzenen Nadel an Heike Wolf (20 Jahre). Auch mit Blick auf die wenigen Vereinsmitglieder bei der eigenen Kirmes schloss Jackels mit dem Worten: „Ich wünsche mir, dass noch mehr Mitglieder, alte, junge und neue, unsere Vereinsarbeit unterstützen, damit unser Verein noch lange eine Hochburg im kulturellen Leben der Stadt Wegberg bleibt.“

Im Anschluss präsentierte Kassierer Hermann-Josef Schüpper zum letzten Mal den – einmal mehr – einwandfreien Kassenbericht; nach neun Jahren im Amt kandidierte Schüpper aus privaten Gründen und zum Bedauern des Gesamtvereins jedoch nicht für eine weitere Amtszeit. Zum Abschied konnte er erneut auf ein Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen verweisen.

Bei den anschließenden Wahlen bestätigte sich dann das, was der geschäftsführende Vorstand bereits im Vorfeld signalisiert hatte: Bis zur JHV fand sich für den Posten des 1. Kassierers kein Nachfolger für Schüpper. Bis auf weiteres übernimmt der Vorstand die Aufgaben des Kassierers kommissarisch, ein Nachfolger wird weiterhin gesucht. Einstimmig in ihren Ämtern gewählt wurden für weitere drei Jahre 2. Vorsitzender Leo Backhaus, Jan Finken (Leitung Kommunikation & Medien) sowie die Gebietsbetreuer Andrea Heinrichs, Jan Backhaus und Sandra Kern. Zu neuen Kassenprüfern wurden Lukas Schüpper, Marvin Wolf und Birgit Brandt (Ersatz) gewählt.

Den erwartungsgemäß größten Diskussionsbedarf gab es dann beim Tagesordnungspunkt „Zukunft der Kirmes“. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Besucherzahlen bei der vier-, zuletzt nur noch dreitägigen Veranstaltung seit Jahren rückläufig entwickelten, werde es die Kirmes in der bisherigen Form künftig nicht mehr geben können, teilte der geschäftsführende Vorstand mit und untermauerte den Entschluss mit aussagekräftigem Zahlenwerk und starken Argumenten. Das stärkste: Neben externen Besuchern habe es in den vergangenen Jahren auch immer weniger Vereinsmitglieder gegeben, die die eigene Kirmes besucht hätten, erklärt Rudi Babka. „Dass unsere Kirmes seit Jahren ein Minusgeschäft ist, ist für unsere Entscheidung nicht der springende Punkt. Aber wenn selbst von über 250 Vereinsmitgliedern nur gerade einmal ein Fünftel die Kirmes besucht, steht der Aufwand dazu in keinem Verhältnis mehr.“ Schweren Herzens, so der Vorsitzende, habe man die Entscheidung getroffen, die Kirmes mit ihrer jahrzehntelangen Tradition in dieser Form nicht mehr fortzuführen. Alternativ soll es – voraussichtlich am Kirmessamstag-Termin – eine Art „Sommerfest“ geben; Inhalt und Ablauf sollen in den kommenden Wochen mit möglichst vielen Mitgliedern erarbeitet werden. Die anschließende Diskussion war emotional, aber gleichwohl sachlich; die große Mehrheit der Mitglieder folgte dabei der Argumentation des Vorstands und zeigte Verständnis: „Auch Hei on Klei muss sich dem Zeitgeist und dem geänderten Freizeitverhalten auseinandersetzen. Eine Kirmes in dieser Form ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, brachte es ein langjähriges Vereinsmitglied auf den Punkt.